Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin, vertritt rund 1 800 Unternehmen. Das Spektrum der Mitglieder reicht von lokalen und kommunalen über regionale bis hin zu überregionalen Unternehmen. Sie repräsentieren rund 90 Prozent des Stromabsatzes, gut 60 Prozent des Nah- und Fernwärmeabsatzes, 90 Prozent des Erdgasabsatzes sowie 80 Prozent der Trinkwasser-Förderung und rund ein Drittel der Abwasser-Entsorgung in Deutschland.

 
 

Lastprofile unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen

Seit Dezember 2002 liegt ein Verfahren für die Erstellung und Verwendung von Lastprofilen für Nachtspeicherheizungen vor, dass den Wechsel des Stromlieferanten für Stromkunden mit Speicherheizungen genauso einfach wie für alle übrigen Haushaltskunden macht.

In dem VDN Praxisleitfaden (VDN: Lastprofile für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen - Praxisleitfaden vom 19. November 2002, VDN-Extranet oder
VWEW-Verlag, Bestellnr.: 448500) wird die Anwendung von temperaturabhängigen Lastprofilen für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen praxisnah erläutert.

Um die Umsetzung auch für kleinere Netzbetreiber zu vereinfachen, wurden in der PG Lastprofile die wichtigsten Schritte in
Step-by-step-Unterlagen zusammengefasst.

Die Mengen und Typen der eingesetzten Heizungen, die Arten der Steuerung sowie die gewählten Schaltzeiten divergieren sehr stark von Netzbetreiber zu Netzbetreiber, daher ist eine Voraussetzung von Seiten der Netzbetreiber die einmalige Entwicklung einer für das Netzgebiet typischen Lastprofilschar der Speicherheizungskunden. Zur Erstellung und Verwendung einer entsprechenden Lastprofilschar stehen neben der Software vom ERI-Institut (VWEW-Verlag, Bestellnr.: 598480) folgende einfache Werkzeuge zur Verfügung, die uns von VDN-Mitgliedern als Beispielwerkzeuge unverbindlich zur Verfügung gestellt wurden:

Lastprofilmischer: Auf Grundlage der Lastprofilschar für die Vorwärts und Rückwärts gesteuerten Heizungsanlagen und nach Eingabe des Verhältnisses von Vorwärts und Rückwärts gesteuerten Anlagen wird eine normierte Mischprofilschar erzeugt.

Lastprofilrechner: Der Lastprofilrechner ermöglicht kleineren Netzbetreibern die Erstellung der jeweils je Lieferant abzurechnenden Lastgänge.


Warum temperaturabhängige Lastprofile:

Das Grundprinzip jeder Netznutzung besteht darin, dass der Entnahme von Kunden zeitgleich eine möglichst entsprechende Einspeisung des Energielieferanten gegenüberstehen sollte. Dies erfordert ein für alle Marktpartner zumutbares, nicht diskriminierendes und energiewirtschaftlich sinnvolles System der Netznutzung, damit systematische Abweichungen zwischen Einspeisungen und Entnahmen möglichst klein bleiben.



Der Wärmestrombedarf von Lieferstellen mit unterbrechbaren Verbrauchseinrichtungen ist in erheblichem Umfang temperaturabhängig; anders als bei Standard-Lastprofilkunden tritt bei temperaturabhängigen Verbrauchseinrichtungen kein Durchmischungseffekt ein, da sich in Abhängigkeit von der jeweiligen Wetterlage praktisch alle Kundenanlagen gleichförmig verhalten. Die Nichtberücksichtigung dieses Sachverhaltes führt neben erheblichen viertelstündlichen Leistungsabweichungen auch zu beträchtlichen monatlichen bzw. jährlichen Mengendifferenzen. Der Ausgleich dieser Abweichungen verursacht erhebliche Kosten, die durch die Belieferung dieser Kundengruppe entstehen.

Eine wesentliche Randbedingung der Einführung von Lastprofilen für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen ist - neben einer Gleichstellung aller Lieferanten - eine verursachergerechte Zuordnung von Leistungs- und Mengenabweichungen.
Durch die einfache, temperaturabhängige Systematik des VDN-Lastprofilverfahrens für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen ist gewährleistet, dass sich sowohl Leistungs- als auch Mengendifferenzen in einem mit dem Standardlastprofilverfahren für Haushalt, Gewerbe und Landwirtschaft vergleichbaren Rahmen bewegen und damit für Netzbetreiber beherrschbar und für Lieferanten kalkulierbar bleiben.

In einer Studie des ERI Institutes(VDN/VDEW: Lastprognoseverfahren für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen, vom 19. November 2002, Extranet oder VWEW-Verlag: Bestellnr.: 448501) wird eine Methode erläutert, wie über einen theoretischen Ansatz bei fehlenden Messungen netzspezifische Lastprofile entwickelt werden können.

Parallel zur Studie zur Entwicklung eines Lastprognosemodells und abgekoppelt vom Forschungsauftrag hat ERI eine Software erstellt, die - nach Eingabe der Parameter (Art der Steuerung und Freigabe) - die jeweils benötigte Lastprofilschar generiert (LpuVe-Software). und über den VWEW-Verlag vertrieben wird (Bestellnr.: 598480, Stichwort LpuVe). Für VDN-Mitglieder liegt eine Demosoftware (LPuVE Demo_e3.zip (Edition 3 vom 14.11.2002;5.607 KB)) bereit. Für Fragen und Hinweise dazu wurde eine E-Mailadresse beim ERI-Institut eingerichtet: Lastprofile@tu-cottbus.de