Informationsmanagement
Auf dem zweiten BDEW Forum "IT für die Energiewirtschaft" wurden am 3. und 4. Juni 2009 in Düsseldorf die Zukunftsthemen der Informations- und Kommunikationstechnologie in der Energiewirtschaft erörtert. Anhand einiger Pilotprojekte des bundesweiten Technologiewettbewerbes E-Energy ist das große Optimierungspotenzial der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zur Erreichung von mehr Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit in der Energieversorgung aufgezeigt worden. Weiterhin im Fokus standen die Auswirkungen von Regulierung und Unbundling auf die IKT.
Das Forschungsprojekt der Bundesregierung E-Energy hat zum Ziel, Modellregionen zur Untersuchung des Optimierungspotenzials der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zur Erreichung von mehr Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit in der Stromversorgung zu schaffen. Von den insgesamt sechs Modellprojekten wurden auf dem zweiten IT-Forum des BDEW die ersten Erfahrungen aus den Projekten eTelligence - Modellregion Cuxhaven, E-DeMa - Modellregion Ruhrgebiet sowie das Projekt Modellstadt Mannheim - Modellregion Rhein-Neckar-Preisträger vorgestellt. Neben den E-Energy Projekten wurden weitere IKT-Modellprojekte zu Praxisfragen beim "Smart Metering" sowie zur Einführung von Elektro-Mobilität analysiert. Nach Einschätzung der Experten liefern die Modellprojekte schon jetzt wichtige Erkenntnisse über die Chancen und Risiken von IKT-Projekten. Als entscheidende Faktoren für die Praxisanwendung werden neben der notwendigen Weiterentwicklung der Mess- und Übertragungstechnik, die Kosten der Marktintegration sowie die regulatorischen Rahmenbedingungen beim Messwesen, die Möglichkeit zur Automatisierung und Standardisierung von Prozessen sowie die Nachfrage und die Akzeptanz der Kunden (insb. Datenschutz) identifiziert.
Als Folge der Regulierung und der Entflechtung Energienetze zeigt sich bereits jetzt der massive Anstieg der Datenvolumina. Die Notwendigkeit der zügigen Festlegung der Bundesnetzagentur der MSB-/MDL-Prozesse wird hervorgehoben, damit BDEW im Rahmen von EDI@Energy, die notwendigen Datenformate auf den Weg bringen kann. Als wichtige Projekte des BDEW werden die Aktivitäten zum Datenschutz sowie zur Sicherheit im elektronischen Datenaustausch gesehen. Hervorgehoben wird die Bedeutung einer branchenweiten Plattform für die notwendigen Standardisierungen. Das Workforce Management wird als Instrument für Effizienzsteigerungen und Kostenreduktion vor dem Hintergrund der Anreizregulierung im Energieversorgungsunternehmen erörtert. Wichtige Faktoren für die tatsächlichen Einsparmöglichkeiten werden in den Kosten zur Integration der Systeme in die bestehende IT-Landschaft sowie der Akzeptanz der Mitarbeiter gesehen.