Gemäß dem GridCode "Netz- und Systemregeln der deutschen Übertragungsnetzbetreiber", Kap. 3.2.1, Absatz 10 legen die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) ein einheitliches Format für die Fahrplananmeldungen fest. Die Kommunikation findet auf elektronischem Wege statt und ist redundant auszulegen.
Bisher erfolgte die Fahrplanabgabe ausschließlich per E-Mail. Im Hinblick auf die erhebliche Zunahme des E-Mail-Verkehrs und den damit verbundenen technischen Problemen, verständigten sich die deutschen ÜNB im Rahmen der DVG Deutsche Verbundgesellschaft e.V. auf die Einführung eines Übertragungsweges auf FTP-Basis. Die technischen Voraussetzungen zur Umsetzung des FTP-Redundanzkonzeptes (inklusive der Funktionen zur automatischen Weiterverarbeitung der Fahrpläne) werden derzeit von den Übertragungsnetzbetreibern geschaffen. Der Umfang der Rückmeldungen bleibt unverändert bei Verwendung von E-Mail bzw. FTP über ISDN.
Seit 1. November 2001 sind bei den Übertragungsnetzbetreibern FTP-Server, die via direkter ISDN-Verbindung kontaktiert werden können, verfügbar. Dieser Übertragungsweg soll dann zunehmend als primäre Möglichkeit zur Fahrplanabgabe - wie bisher in Form von Excel`97-Tabellen - genutzt werden. Denn dieses FTP-Konzept ist wesentlich zuverlässiger als der derzeit praktizierte E-Mail-Versand.
Der Fahrplanaustausch mittels E-Mail wird dann lediglich als Redundanz bei evtl. Störungen der ISDN-Verbindung bzw. FTP-Server dienen.
Das File Transfer Protocol (FTP) ist ein Dienst, der speziell dazu dient, um Dateien von einem Server auf den eigenen Rechner zu übertragen (Download) oder eigene Dateien auf den Server zu übertragen (Upload). Zugriff auf den Server ist nur mit einer individuellen Authentisierung (Benutzerkennung (User-ID) und Passwort) möglich.
Entscheidender Vorteil der direkten ISDN-Verbindung ist die vollständige Umgehung des Internets als Übertragungsweg. Weiterhin sind die Anforderungen an die IT-Infrastruktur für die Bilanzkreisverantwortlichen bei einer FTP-Client Lösung gering, es wird lediglich eine ISDN-Karte und ein ISDN-Telefonanschluss mit Rufnummernübertragung (CLIP - Caller Line Identification Presentation) benötigt. Komfortable FTP-Software ist als Freeware erhältlich und wird auch standardmäßig von allen gängigen Betriebssystemplattformen unterstützt.
Weiterverarbeitung Fahrplanmanagement
Beispiel eines Funktionsprinzips des FTP-Konzeptes via ISDN-Verbindung
Die Händler erhalten auf dem Server des Übertragungsnetzbetreibers ein eigenes Postfach, auf das nur sie Zugriff haben. Bei der Einwahl wird die ISDN-Kennung (Rufnummer) darauf geprüft, ob sie zugelassen ist. Die Händler müssen sich durch ein individuelles Login und Passwort identifizieren. Für die übertragenen Fahrpläne findet wie bisher die Überprüfung auf formelle Mängel und Gegenmeldungen statt und der Händler bekommt eine Antwort in sein Postfach gelegt, die er dort abholt. Wenn er sich für eine FTP-Server Lösung entscheidet, ist es möglich, das Postfach zu dynamisieren, d.h. Rückantworten vom Server des ÜNB können dann automatisch zugestellt werden. Dies ist bei einer Client-Lösung nicht realisierbar.
Die Übertragungszeiten für Dateigrößen wie sie bei Fahrplananmeldungen anfallen, liegen üblicherweise im Sekundenbereich. Das "handling" ist gleich dem, wie beim Kopieren einer Datei mit dem Explorer unter Windows.
Für die
Freischaltung beim Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) werden vom Händler folgende, z.T. bilateral abzustimmende, Daten benötigt:
- Ansprechpartner (Name, E-Mail, Telefonnummer)
- ISDN-Rufnummer/n, mit der/denen er sich einwählt
- Passwortwunsch (Zahlen und Buchstaben)
Die Händler erhalten als Antwort vom ÜNB dann ihre Zugangsinformationen:
- Einwahlnummer/n für ÜNB-Server
- Login für DFÜ-Netzwerk (rasphone-Dienst bei Windows NT)
- Passwort für DFÜ-Netzwerk
- IP-Adresse des FTP-Servers (Host)
- Login für Postfach auf FTP-Server des ÜNB
- Passwort für Postfach
Wenn der Client einmal konfiguriert ist, kann die Verbindung mit einem Mausklick in wenigen Sekunden aufgebaut werden, wenn die Login-Daten auf dem Client gespeichert sind. Dies erspart umständliches Eintippen von Logins und Passwörtern bei jeder Einwahl.
Der
Ablauf der Fahrplanabgabe auf FTP-Basis soll folgendermaßen gestaltet sein:
- Der Händler legt bis 14:30 Uhr des Vortages seinen Fahrplan in seinem Eingangsverzeichnis (<Händler>_IN) auf dem Server der ÜNB ab.
- Der ÜNB gibt eine Eingangsbestätigung in Form einer Datei in das Ausgangsverzeichnis des Händlers (<Händler>_OUT) auf seinem Server.
- Die Datei trägt den Namen <Fahrplandateiname>_received.???. Diese Datei kann leer sein.
- Diese Datei steht 60 Tage zum Download für den Händler zur Verfügung. Danach wird diese vom ÜNB gelöscht.
Fehlerbehandlung:
Der ÜNB kann bei formalen Fehlern (z. B. im Fahrplan-Format) oder inhaltlichen Fehlern (z. B. im Zuge der Abstimmung erkannte Fehler) eine Fehlerdatei erzeugen. Sie trägt den Namen
<Fahrplandateiname>_error.???. Diese Datei kann
- in das Ausgangsverzeichnis (<Händler>_OUT) auf dem Server des ÜNB abgelegt werden. Diese Datei steht dann 60 Tage zum Download für den Händler zur Verfügung. Danach wird diese vom ÜNB gelöscht.
und / oder
- in das Eingangsverzeichnis (<ÜNB>_IN) auf den Server des Händlers gesendet werden,
und / oder
- per E-Mail an den Händler gesendet werden.
Für weitere Informationen stehen die Ansprechpartner bei den Übertragungsnetzbetreibern gerne zur Verfügung.